Vernissage: Das Jüngste Gericht

Do. 23. Februar um 18.00 Uhrdas jüngste Gericht
mit den Werken
von Barbara Über und Mathieu Dagorn

Mit dem Schrumpfen der christlichen Gemeinden und immer mehr gelebtem Individualismus gerät die einfache Weltordnung, gekennzeichnet als ein schlichtes duales Gut – Böse System immer mehr in den Hintergrund. Zwar sind solche Werte immer noch im kollektiven Unbewussten gespeichert, es wird jedoch immer mehr durch Ängste und einrer damit einhergehenden « ich zuerst «- Mentalität abgelöst.

Der Verlust der Sicherheit quasi verbriefter Werte und Richtlinien, ein Gefühl von, so wird es ebenfalls gerne in den Medien verbreitet, Unsterblichkeit, verstärkt eine Herangehensweise an das Leben durch die Methode von trial and error – leben « so, als gäbe es kein Morgen «

Einer Gemeinschaft verpflichtet ist man durch den trotz allem herrschenden Daseinskampf immer weniger.

Diese Menschengemeinschaft wurde in frühen christlichen Vorstellungen an einem Tag unbestimmten Datums durch Gott gerichtet, am Tag des jüngsten Gerichts. Nur Gott weiß es, der Mensch ordnet sich unter, fügt sich.

Immer mehr Menschen sehen sich «gottgleich» als Richter über Leben und Tod, Himmel und Hölle. Gespiegelt in einer zunehmenden Brutalisierung der Gesallschaft, in immer grausameren Taten, die mit einer seltsamen Unberührtheit begangen und entsprechend geahndet werden. Totschlag, Mordversuch, Einbruch und Raub, so gewinnt man zunehmend den Eindruck, gelten inzwischen schon beinahe als Kavaliersdelikte.

Die aus diesem Unsterblichkeitsgefühl plus einem Verlust von Geborgenheit in einer funktionierenden Gemeinschaft oder Familie heraus begangenen Taten fühlt sich ein Täter als einsamer Richter, ein schlechtes Gewissen gibt es meist schon seit der Kindheit nicht mehr, oft durch Traumata in eine Art Gefühllosigkeit gedrängt, wird es sich ohne Hilfestellung von außen auch von selbst nicht mehr reparieren.

Die Taten verschaffen einerseits den berüchtigten Kick, manchmal auch ein Aufflackern von einem beinahen alles ersetzenden Gefühl, nämlich der von Macht – und diese war früher Gott vorbehalten, der deshalb der Allmächtige genannt wurde (und wird), der da kommen wird, zu richten die Guten und die Bösen. Das Verlangen nach Macht gab es schon immer – jedoch etwas als noch mächtiger anzuerkennen, als Richter oder sogar Weltenrichter, schwindet. In allen Gesellschaften.

Seit dem Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis, die dem Menschen Bewusstsein gegeben hat, ist dieser gefangen zwischen Eigenständigkeit und Unterwerfung.

Die Absurdität des Daseins ist schwer zu ertragen. Die Suche nach der Erlösung ist endlos.

 

Klavier Meditationen – Piano Prayers

Nächster Termin Freitag den 24.02.2017 um 19.00 Uhrivan

Behutsame und starke Klavierklänge, die unter die Haut gehen. Am letzten Freitag im Februar lade ich Dich ein, Improvisationen zu lauschen und bei einer Tasse Tee über „das Wesentliche“ (tanzend oder sitzend) nachzusinnen. Zum Klavierspiel gibt es wie immer ispirierende Videos und Gesang.

Eintritt: 5-10€ (up to you)

Euer Ivan,
… und seine Klänge

Foto: Dragan – Visual Arts

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